Die närrische fünfte Jahreszeit – der Karneval

Welche Tage sind eigentlich wichtig für Karneval? Was gibt es für Traditionen?
(Bild: Kzenon / shutterstock.com)

Zur verrückten Jahreszeit darf man sich verkleiden, bespaßen und einfach mal anders sein. Auf Umzügen darf man als Clown, Prinzessin, Räuber oder mit bunten Perücken und viel Schminke im Gesicht unterwegs sein. Einmal im Jahr gibt es scheinbar keine Regeln und nur ausgelassener Frohsinn. Aber was ist der Sinn des Karneval? Welche Tradition verbirgt sich dahinter? Warum wird er nicht im Sommer gefeiert?

Der Karneval

Egal, ob es als Fasching, Karneval oder als Fastnacht bezeichnet wird, das ausgelassene Kostümfest findet regional und international statt. Die Karnevalszeit beginnt am 11.11., genau um 11.11 Uhr. Der eigentliche Start findet aber am Tag der Heiligen Drei Könige statt, dem 6. Januar. Höhepunkt sind die drei tollen Tage Weiberfastnacht, Karnevalssonntag und Veilchendienstag. Am Aschermittwoch ist dann alles wieder vorbei und die Fastenzeit beginnt.

Weiberfastnacht

An diesem Tag übernehmen die Frauen das Regiment in Städten und Dörfern. Sie besetzen das Rathaus und fordern mit viel medialem Interesse vom Bürgermeister den Stadtschlüssel. Die Frauen schneiden den Männern die Krawatten (Symbol der männlichen Macht) ab und werden sie dafür mit einem „Bützchen“ (Küsschen) entschädigt. Zur Weiberfastnacht finden keine Karnevalsumzüge statt.

Karnevalssonntag

An diesem Tag finden Umzüge in kleineren Orten statt.

Rosenmontag

Es finden große Umzüge in den Karnevalshochburgen mit kostümierten Gruppen und Wagen statt. Das ist der bedeutendste Tag in der Faschingszeit.

Veilchendienstag oder Fastnacht

Am Abend des Tages ist das Karnevalswochenende vorbei.

Aschermittwoch

An diesem Tag beginnt die Fastenzeit. Es sind die 40 Tage bis Ostern. Gläubige lassen sich Asche aufs Haupt geben – ein Zeichen der Buße.

Und nun ist alles vorbei …

Der Ursprung des Karneval

Alles begann mit dem alten Bohnenfest. Am Vorabend des Dreikönigstages aßen die Menschen den Königskuchen. Wer die Bohne darin fand, wurde zum Bohnenkönig gekrönt. Derjenige musste anschließend  einen Maskenball ausrichten.

Auch die Wurzeln als Frühlingsfest sind bekannt. Zum Winterende verkleideten sich die Menschen als Geister und Dämonen. Der Winter wurde damit vertrieben und mit Trommeln und Getöse die Frühlingsgeister geweckt.

Die Terminsache

Fasching findet selten zum gleichen Datum statt. Die Berechnungsgrundlage ist der Ostersonntag. Ostersonntag ist der erste Sonntag nach Vollmond nach Frühlingsbeginn. Davon wird abgeleitet:

46 Tage vor Ostern ist Aschermittwoch und die „drei tollen Tage“ entsprechend davor. Mit dem Ende am Aschermittwoch beginnt die 40tätige Fastenzeit, bei der die Menschen auf Fleisch, Eier und Milchprodukt verzichten.

Karneval – Die Narrenrufe

Die Karnevalisten begrüßen sich mit Narrenrufen, die in Deutschland regional unterschiedlich sind. Bundesweit sind „Helau“ und „Alaaf“ sehr oft zu hören. Der Ruf besteht meist aus zwei Teilen. Den ersten Teil bildet der Städtename. Der zweite Teil der eigentliche Narrenruf. So wird zum Beispiel „Kölle Alaaf“ posaunt. In Geising/Erzgebirge schreit man hingegen: „Pitsche Patsche, Pitsche Patsche – Nass! Nass! Nass!“ oder in Hamburg: „Hummel, Hummel, Mors Mors!“

Die Kulinarik zu Karneval

Zum Karneval gehört auch ein fettreiche Gebäck – der Pfannkuchen, egal ob mit süßer Marmelade oder herzhaften Senf gefüllt. Im Rheinland gibt die beliebten Mutzenmandeln aus Mürbeteig. Deftiger geht es mit Frikadellen, Kartoffelsalat, Hering, Sauerbraten oder Gulaschsuppe einher.

Museen in Deutschland zum Thema Karneval

Düsseldorf: Haus des Karnevals

Köln: Karnevalsmuseum

Bad Sürrheim: der Narrenschopf

Koblenz: Fastnachtsmuseum

Fazit

Zur Karnvealszeit sind alle gleichgestellt und es wird gemeinsam gefeiert, gelacht, geschunkelt und getrunken. Niemand weiß, wer sich wirklich hinter den Masken oder der Verkleidung versteckt. Die Rollen werden einfach mal getauscht.